Geschichte begreifen, um Zukunft zu gestalten.
Die Abschlussklassen der Jahrgangsstufe 10 der Johannes-Kepler-Realschule machten sich auf eine besondere Reise: die Fahrt in die KZ-Gedenkstätte Dachau. Ein Ort, der kaum Worte braucht – dafür aber Tiefgang und eine Haltung fordert: Was bedeutet es, Verantwortung zu übernehmen? Für sich selbst, für die eigene Gesellschaft und für das, was wir nie vergessen dürfen? Es war ein recht sonniger Tag. Und doch: Das freundliche Licht täuschte nicht über die furchtbaren Verbrechen hinweg, die hier begangen wurden. Der Wind zog eisig über den großen Appellplatz, auf dem Menschen, die vom NS-System als „minderwertig” angesehen und eingesperrt wurden, teils stundenlang stehen mussten – kaum bekleidet, ohne Bewegung, der Kälte schutzlos ausgeliefert. Was für unsere Schüler:innen, die sich mit dicken Jacken in die Ecken der wiederaufgebauten Baracken drückten, kaum vorstellbar ist. Und genau dieser kleine, körperlich spürbare Moment öffnete etwas: einen Riss zwischen dem eigenen, geschützten Leben und dem, was hier Alltag war. Besonders eindrücklich war ein Moment, als die Gruppe auf einem unscheinbaren Grünstreifen direkt an der Mauer stand. Früher war es streng verboten, diesen Streifen zu betreten – wer ihn betrat, wurde erschossen. SS Offiziere machten sich einen grausamen „Scherz“ daraus, ihre Mützen dorthin zu werfen und Häftlinge zu zwingen, sie zu holen. Eine „Wahl“, die keine war: sich einem Befehl widersetzen oder bewusst in den Tod gehen. Manche Gefangene wählten tatsächlich diesen Weg, traten in solche Areale, um dem unerträglichen Leiden zu entkommen. Auch darüber haben wir mit den Schüler:innen gesprochen – und über die Frage, was es bedeutet, wenn Menschen an einem System zerbrechen. Was den Besuch ebenfalls prägte, war die Art, wie unsere Guide das Gelände erschloss. Man spürte: Sie kannte jede Geschichte, jedes Gebäude, jeden Winkel. Besonders eindrücklich war der Blick auf die frühere „Schule“, in der SS-Männer ausgebildet wurden. Im Gespräch wurde deutlich, wie freiwillig der Weg dorthin war – und wie sehr das jahrelange Todschweigen und das bewusste Verzerren der Wirklichkeit nach 1945 das Bild getrübt haben. Eine verbreitete Vorstellung, die SS-Wächter seien selbst massiven Repressalien ausgesetzt gewesen, wenn sie nicht gehorchten, zerbrach an den Fakten: Wer keine Häftlinge misshandeln wollte, wurde verspottet oder machte weniger Karriere – mehr nicht. 1 Verantwortung ließ sich hier nicht wegdelegieren. Die Neugier und Ernsthaftigkeit unserer Zehntklässler:innen war bemerkenswert. Sie stellten Fragen, die über den Lehrplan hinausgehen: Gab es so etwas wie Spione innerhalb des Systems – eingeschleuste Männer, die den Häftlingen halfen? Wie weit reichten Widerstand und Menschlichkeit selbst unter den Wächtern? Diese Fragen zeigten: Hier wurde nicht passiv konsumiert, sondern wirklich gedacht, hinterfragt, gesucht. Nach dem Menschlichen im Unmenschlichen. Besonders nahe gingen den Schüler:innen die Zeichnungen eines ehemaligen Häftlings, die in der Ausstellung zu sehen sind. Skizzen, die Foltermethoden dokumentieren – mit einer Präzision und einem Schmerz, der sich durch die Jahrzehnte hindurch mitteilt. Gezeichnet von jemandem, der das Gezeigte am eigenen Leib erfahren hat. Kein Text, keine Beschreibung hätte diese Unmittelbarkeit ersetzen können. Viele standen lange davor, still. Am Ende des Tages blieb Zeit für ein gemeinsames Gespräch. Es ging um Verantwortung, um Zivilcourage und um die Frage, was jede:r Einzelne heute tun kann, damit sich Vergleichbares nie wiederholt. Manche Gedanken wurden leise formuliert, andere mit spürbarer Emotion – allen gemeinsam war der Ernst, mit dem die Schüler:innen diesen Ort wahrgenommen haben. Man merkte: Dieser Tag geht nicht einfach vorbei. Als Schule verstehen wir uns nicht nur als Ort des Wissens, sondern auch als Raum der Wertebildung. Geschichte ist für uns nicht bloß ein Unterrichtsfach, sondern Auftrag: hinzusehen, nachzufragen, Haltung zu entwickeln. Der Besuch in Dachau war all das – ein Tag, der nachwirkt und Spuren hinterlässt, weit über den Moment hinaus






































































"Hey, ich bin der kleine Tod, aber du kannst auch Frida zu mir sagen"
Unsere 8. Klassen im Theater in Esslingen












Fasching 2026














































Wenn einer eine Reise tut…
… so heißt es. Nun auch zu erzählen gibt es viel, aber die Symbolkraft geht weit darüber hinaus. Manchmal ist das Ankommen das Wichtige, manchmal die Reise selbst und die meisten Menschen wissen auch um die Kraft des Nach-hause-Kommens.
Reisen – das heißt nicht nur, sich von einem Ort zum anderen zu bewegen. Reisen bedeutet auch: Begegnung, Veränderung, Aufbruch ins Unbekannte. Jeder Schritt trägt Geschichten in sich – von Träumen, Hoffnungen, manchmal auch von Abschieden. Wir packen einen Koffer und hoffen, dass es reicht. Und irgendwas hat man dann aber doch vergessen und hofft, es ist nur das Insektenspray und nicht der Reisepass. Unsere Schüler*innen der Johannes-Kepler-Realschule erinnerten mit ihrem Auftritt an all die Reisen, die Menschen in der Vergangenheit wie in der Gegenwart unternommen haben – Reisen in neue Länder, neue Gemeinschaften, neue Lebenswege.Die jüngsten JKRler, unsere Fünftklässler, trugen beim Umzug selbst gestaltete und gebastelte Koffer, die aus dem kreativen Kopf von Frau Nestel stammten. Und am Ende ist die Reise auch ein lebendiges Zeichen, dass Lernen und Leben an unserer Schule immer auch ein Unterwegssein ist.

„Magisch, glitzernd, unvergesslich!“ Ein Abend bei der Eiskönigin
Es war einer dieser Abende, die noch nachhallen – in Gesprächen, in Blicken, in Liedfetzen, die man leise vor sich hin summt.
„Atemberaubend!“ – „Mitreißend!“ So klang es, als 35 Achtklässlerinnen und Achtklässler am Dienstag, den 7. Oktober, vom Musical Die Eiskönigin zurückkehrten – noch erfüllt vom Glanz und Klang einer Welt aus Eis, Licht und Musik.
Schon auf der Hinfahrt nach Stuttgart-Möhringen lag Aufregung in der Luft. Viele der Schülerinnen und Schüler hatten sich in Schale geworfen – Haare gestylt, ein Hauch Glitzer, gespannte Gesichter. Man spürte: Heute wird etwas Besonderes geschehen.
Und tatsächlich – die Erwartungen waren groß, und sie wurden nicht enttäuscht.
Was sich auf der Bühne entfaltete, war eine perfekte Inszenierung:
poppige Songs, die im Ohr blieben, Kostüme, die im Sekundentakt Gestalt wechselten, Kulissen, die leuchteten, glitzerten, sich verwandelten. Alles schien in Bewegung – Klang, Licht, Farbe.
Beeindruckend waren vor allem die Stimmen: kraftvoll, klar, mitreißend. Und kaum zu glauben, mit welcher Professionalität die kleinen Darstellerinnen – die junge Elsa und Anna – spielten, sangen und tanzten.
Wie es sich für ein echtes Musical gehört, wurde nicht nur musiziert, sondern gelebt – jede Szene, jeder Ton getragen von Spielfreude und Präzision.
Ein besonderes Highlight: der Eispalast der Eiskönigin – ein Wunder aus Licht und Kristall, das im Nu erbaut und ebenso rasch wieder aufgelöst wurde, als hätte es ihn nur im Traum gegeben.
So endete ein Abend, der mehr war als ein Ausflug.
Ein Abend, der verzauberte – und noch lange nachklingen wird.
Text: Annette Weber

















